Tuesday, March 20, 2012

Tamara Bach: Marsmädchen

In dem 2003 erschienenen Buch „Marsmädchen“ skizziert die Autorin Tamara Bach auf sehr eindringliche und nahegehende Art und Weise die Gefühlswelt der 15jährigen Erzählerin Miriam. Die Textspirale dreht sich um die Themen Freundschaft, erste Liebe und das Bedürfnis, einen Platz im Leben zu finden.

„Ich bin Miriam. Ich bin müde. Und das war es. […] Stell dir ein Mädchen vor. Eine mit Begabungen, eine, die strahlt, nach der man sich umschaut. Der man hallo sagt und lächelt. Und dann stell dir eine vor, die niemand mag, weil sie vielleicht irgendwie stinkt oder eine komische Lache hat. Ich bin dazwischen.“ – So lernen wir die Erzählerin Miriam auf den ersten Seiten von „Marsmädchen“ kennen. Sie ist auf der Suche. Nach den richtigen Freunden, nach ihrem Platz, nach sich selbst. Und dann lernt sie Laura kennen. Eine neue Mitschülerin. Die beiden kommen sich näher und nach 80 Seiten erreicht die Spannung zwischen ihnen einen Höhepunkt: „Ein Mädchen küsst dich nach einer wunderschönen Nacht. a) Danach ist alles nur noch wunderschön. Das Leben ist herrlich. b) Du denkst zu viel. c) Das war ein Versehen. Das muss ein Versehen gewesen sein.“ Der zweite Teil des Buches beschreibt das folgende Durcheinander, die Zweifel, die Sehnsucht, die Unsicherheit. Die Freundinnen gehen auf Distanz, wissen nicht wie sie umgehen sollen mir ihrer Verliebtheit.

Die etwa 150 Seiten Text bestechen durch eine einfache und gleichzeitig sehr poetische Sprache. Vieles wird ausgesprochen, aber auch das Schweigen findet seinen Platz zwischen den Zeilen, zwischen den Kapiteln. Die Musik, die für die Erzählerin und ihre Freunde eine wichtige Rolle spielt, wirkt wie in die Sätze eingeflochten, wie eine Art Soundtrack, der im Hintergrund läuft, mal lauter, dann wieder leiser. All diese Qualitäten machen „Marsmädchen“ zu einem bemerkenswerten Beispiel gelungener und aktueller Jugendliteratur! (MP)


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