Wednesday, April 11, 2012

Janne Teller: Krieg. Stell dir vor, er wäre hier

Krieg in Europa. Deutschland im Konflikt mit der restlichen Euro-Zone. Die Menschen stehen vor dem nichts. Bombenangriffe erschüttern die Städte. Das alltägliche Leben ist zusammengebrochen, nichts ist mehr wie vorher. Kein fließendes Wasser, keine ausreichende medizinische Versorgung . Viele Menschen denken an Flucht, versuchen ihr Glück in den arabischen Ländern. Müssen dort jahrelange Asylverfahren ertragen, sich in eine neue Kultur einleben. Man begegnet den Flüchtlingen aus Europa mit vielen Vorurteilen: „Arbeiten können sie auch nicht. Sie können kein Arabisch und sind es nicht gewöhnt zuzupacken. Flüchtlinge aus Europa können nichts anderes als in Büros sitzen und Papiere umdrehen.“

Janne Tellers „Krieg“ ist ein Gedankenexperiment. Durch den vollzogenen Perspektivenwechsel wird dem Leser klar, was es heißt ein Kriegsflüchtling zu sein. Im Stil einer Du-Erzählung („Du bist noch unversehrt, aber du hast Angst. […] Jedes Mal, wenn es irgendwo kracht, zuckst du zusammen. Wie viele deiner Freunde wurden dieses Mal getroffen?“) werden die Themen Krieg und Migration auf eine sehr eindringliche Art und Weise behandelt. „Krieg“ ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte. Mindestens einmal. (MP)


Dazu der passende Web-Tipp: http://www.janne-teller-krieg.de/

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