Wednesday, January 26, 2011

Gabi Kreslehner: Charlottes Traum

Charlotte erlebt ein turbulentes Jahr voller Veränderungen: Ihre Eltern lassen sich scheiden, sie zieht gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren Brüdern aus, die neue Geliebte des Vaters wird schwanger, Charlotte muss eine Schulklasse wiederholen und gleich zwei ihrer Mitschüler verlieben sich in sie. Der Entscheidung ihrer Eltern begegnet sie mit viel Wut und Unverständnis. Gabi Kreslehner verleiht ihrer Titelheldin eine sehr ausdrucksstarke Sprache, manchmal sehr brutal und direkt („[I]ch sprang raus aus dem Auto und hin zu Mama und brüllte weiter. Dass sie aufhören solle. Endlich. Dass ich’s nicht mehr aushielte, das Theater. Dass sie nicht die Einzige sei, der Papa ins Herz geschissen habe.“), dann aber auch wieder sehr poetisch: „Wir schwiegen, saßen wattiert und sonnenverkleistert im Kreis…“ An ernsten Themen fehlt es diesem Buch nicht, doch die Ereignisse werden durch einige heitere Momente aufgelockert. Dem Leser / der Leserin bleibt es auch überlassen, wie er / sie „Charlottes Traum“ lesen will. Als eindrucksvolle Schilderung aus der Sicht eines Scheidungskindes? Als eine Geschichte über das erste Verliebtsein und die damit verbundenen Komplikationen? Als kurzweiliges Jugendbuch, das mit Kraftausdrücken nicht spart? Der Text jedenfalls schafft es, auf mehreren Ebenen gleichzeitig zu wirken! (MP)

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