Thursday, March 23, 2017

Ich und sie nicht (von Lukas Braumann, 7A)

Wir, nein, warte, sie und ich, ja, sie und ich stehen auf der Brücke. Ein Boot kommt vorbei, ganz viele Wirs, aber sie und ich. Sie steht da, ich stehe daneben, aber doch viel zu weit weg. Ich gehe auf sie zu, aber sie entfernt sich. Ich habe Schmetterlinge im Bauch, sie Mottenfallen. Irgendwie passen „wir“ zusammen. Irgendwie, aber noch sind „wir“ „sie und ich“. Das Boot ist fort, jetzt nur noch sie, kein Wir, nur sie. Sie geht nach Hause, ich neben ihr, irgendwie hinter ihr, irgendwie ganz weit weg. Auf der Türschwelle stehen „wir“, sie drinnen, ich vor der Tür. Sie im Bett, ich auf dem Sofa, sie Kaffee, ich Tee. Alles ist aus. Sie und er, er vom Boot. Ich weiß es, ich wusste es schon von Anfang an, sie weiß nicht, dass ich es weiß, es schon von Anfang an wusste. Sie geht zur Brücke, ich neben ihr, vor ihr. Da kommt das Boot. Er auf dem Boot, alle auf dem Boot, ich nicht auf dem Boot. Sie auf dem Weg zum Boot. Ich mache mich auch auf den Weg, will hinübersteigen, aber das Boot ist schon weg. Ich bin weg, sie ist glücklich. Sie und er, sie und alle, ich… und ich. Das Wasser und ich. 

(Dieser Text ist am 21.3.2017 im Rahmen eines Workshops mit Sarah Berger und Martin Peichl entstanden.)

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